Alle 45 LEADER-Regionen aus Nordrhein-Westfalen haben sich gemeinsam im Düsseldorfer Landtag präsentiert, um sich weiter für die Zukunft von LEADER stark zu machen. Mit dabei waren Roswitha Still, Vereinsvorsitzende der LEADER-Region 3-Länder-Eck sowie die Regionalmanagerinnen Stefanie Schmidt und Verena Landau. Die Akteure nutzten die Gelegenheit, Landespolitikerinnen und -politikern erneut zu zeigen, wie sinnvoll und wirkungsvoll die Fördergelder eingesetzt sind. Allein in Südwestfalen wurden in den vergangenen zehn Jahren mit gut 50 Mio. € EU- und Landesmitteln in etwa 2.500 überwiegend ehrenamtliche Projekte LEADER-und Kleinprojekte umgesetzt. Landesweit beläuft sich die Bilanz bislang auf deutlich mehr als 6.000 Förderungen.

Die Rückendeckung von Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen und den Abgeordneten für das Förderprogramm ist groß. Viele von ihnen sind selbst auf dem Land aufgewachsen, kennen und wertschätzen erfolgreiche Projekte aus ihren Regionen persönlich. So auch die hiesigen Landtagsmitglieder Anke Fuchs-Dreisbach und Jens Kamieth, die ebenfalls an dem Austausch teilnahmen, einen engen Austausch zu ihren LEADER-Regionen pflegen und deren Arbeit aktiv unterstützen. Anlass für die erneute Sensibilisierung und Mobilisierung der Landespolitik ist die geplante Neustrukturierung des EU-Haushalts ab 2028. Auf europäischer Ebene wird derzeit über die künftige Verteilung von Geldern gerungen. Auch eine Konsolidierung der Fördertöpfe wird diskutiert, von der das LEADER-Förderprogramm mit hoher Wahrscheinlichkeit nachteilig betroffen sein könnte.

Die drohende Schwächung des Programms hat viele Akteure auf nationaler und europäischer Ebene auf den Plan gerufen, sich aktiv für den Erhalt und die sichere Finanzierung von LEADER nach 2028 einzusetzen. Seit Monaten werden Anstrengungen auf allen politischen Ebenen unternommen um klar zu machen, dass LEADER mehr ist, als ein Förderprogramm. Es ist das einzige Instrument der regionalen Entwicklung Europas, das die ländliche Zivilgesellschaft aktiv miteinbindet. Es fördert somit nicht nur innovative Ideen, sondern auch demokratische Strukturen, gemeinschaftliche Prozesse und selbstbestimmte, regionale Entscheidungen. Es stärkt das Ehrenamt sowie die Selbstwirksamkeit der Menschen in ihren Heimatregionen und macht die EU vor Ort greifbar.

Erste politische Erfolge konnten, auch dank einer gemeinsamen Initiative der Europaabgeordneten, bereits im vergangenen Jahr erzielt werden. Die Europäische Kommission bekennt sich in ihrem Vorschlag zur mehrjährigen Finanzplanung verbindlich zur Fortführung von LEADER. Die konkrete finanzielle Ausgestaltung bleibt jedoch unklar. Es besteht weiterhin die Gefahr, dass LEADER kein festverankertes Budget erhält und nationale Ausgestaltungen variieren. Damit wäre die Planungssicherheit nicht mehr gegeben und bisherige Fortführung der Regionalmanagements, ein zentraler Erfolgsfaktor bei der Umsetzung, gefährdet. Zudem wird eine Reduzierung des EU-Kofinanzierungsanteils von 80 auf 40 Prozent diskutiert, was zu einer erheblichen Mehrbelastung der Landeshaushalte führen könnte und die Zukunft der LEADER-Regionen unsicher macht.

Aktuell hat die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, in einem Brief an die europäische LEADER-Interessenvertretung ELARD bekräftigt, dass LEADER ein

obligatorisches Instrument im künftigen politischen Rahmen darstellen wird. Für die ländlichen Gebiete soll ein eigenes Ausgabenziel eingeführt werden. Dies wird als positives Signal gewertet. Nun müssen sich die Anstrengungen darauf fokussieren, robuste Umsetzungsgarantien für alle 27 Mitgliedsstaaten zu erreichen. Der Kampf für eine gesicherte Zukunft von LEADER geht weiter.

 

Bildunterschrift 1:
Die Regionalmanagerinnen Stefanie Schmidt und Verena Landau trafen gemeinsam mit der Vereinsvorsitzenden der LEADER-Region 3-Länder-Eck, Roswitha Still, Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen im Landtag und machten sich dort für die Zukunft von LEADER stark.
Bildquelle: MLV NRW

Bildunterschrift 2:
Auch der Austausch mit den hiesigen Landtagsmitgliedern Anke Fuchs-Dreisbach und Jens Kamieth stand auf dem Programm.
Bildquelle: Pressestelle CDU-Landtagsfraktion

Bildunterschrift 3:
LEADER im Landtag – Geballte Präsenz aus 45 Regionen
Bildquelle: MLV NRW